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Die ganze Woche – Gastkommentar zur Kreuzdebatte

Die ganze Woche hat mich in der Kreuzdebatte um einen Gastkommentar gebeten. Auf 1,100 Zeichen erübrigt sich eine ausführliche Ausbreitung der Argumente. So ist es als Standpunkt für ein Publikum zu verstehen, das auf expliziten Wunsch des Mediums, mit möglichst wenig Fremdwörtern konfrontiert werden soll. Josef Pühringer vertritt die Gegenmeinung und Lidl hat sich mit […]

Die ganze Woche hat mich in der Kreuzdebatte um einen Gastkommentar gebeten. Auf 1,100 Zeichen erübrigt sich eine ausführliche Ausbreitung der Argumente. So ist es als Standpunkt für ein Publikum zu verstehen, das auf expliziten Wunsch des Mediums, mit möglichst wenig Fremdwörtern konfrontiert werden soll. Josef Pühringer vertritt die Gegenmeinung und Lidl hat sich mit einem passenden Inserat geschickt an das heiße Thema angehängt.

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Mein Text zur leichteren Lesbarkeit hier:

Kreuze haben in öffentlichen Gebäuden (Kindergärten, Schulen, Gerichten und so weiter) nichts verloren. Speziell in Schulen ist das Anbringen eines Kruzifix‘ aus mehreren Gründen problematisch. Zwar ist es gesetzlich vorgeschrieben, bei einer Mehrheit an Christen ein Kreuz aufzuhängen, aber sind Kinder tatsächlich einer Religion zugehörig? Eltern legen das Religionsbekenntnis der Kinder fest. Erst mit 14 gelten Menschen in diesem Land als religionsmündig. Bis dahin werden sie in verschiedene Religionsunterrichte gesteckt und künstlich auseinanderdividiert. Die in der Regel christliche Mehrheit der Kinder wird privilegiert, weil sie den alleinigen Anspruch auf religiöse Symbole in Klassenzimmern hat und es wäre nur folgerichtig an dieser Stelle Staat und Religion sauber zu trennen und auf religiöse Symbolik in Schulen zu verzichten. Der zweite und wichtigere Punkt betrifft aber die Vereinbarkeit von Glauben und Wissensvermittlung. Bildung lebt von Skepsis und kritischer Neugier. Das Kreuz steht für unkritisches Glauben, für die Unterweisung in Ritualen und Mythen. Dafür darf die Schule keinen Platz bieten.