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Newsletter Nr. 20 – Exit, Brandstätter, House of Pain

Nr. 20, 27. Juli 2019, ohnebekenntn.is

Exit

Vor ein paar Wochen (bzw. Monaten, am 2. Mai) erschien ein Buch mit dem knappen Titel EXIT und dem ausführlichen Untertitel Warum wir weniger Religion brauchen – Eine Abrechnung. Der deutsche Publizist Helmut Ortner sammelte Beiträge von 21 Autorinnen und Autoren, die ihre Reputation zu einem guten Teil auch aus der Religionskritik im engeren Sinn beziehen.
Die Mehrzahl der Themen behandeln den aktuellen Diskurs um Säkularisierung; die Rolle von Religion im Staat und religiösen Problemzonen werden kritisch angesprochen, erläutert oder auch einfach polemisch zerlegt. Abgerundet werden die Beiträge mit einem Interview, das die Religionswissenschafterin Daniela Wakonigg mit Richard Dawkins geführt hat.

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Auch wenn in Österreich und Deutschland oberflächlich betrachtet die Staatsreligionsmodelle sehr ähnlich ausgestaltet sind, treten bei der Lektüre Besonderheiten von Gesetz und Verfassung in Deutschland sehr stark hervor.
Der (leider) einzige österreichische Beitrag mit dem Titel „Du sollst nicht schweigen!“ in dem Buch stammt von den Profil-Autoren Robert Treichler, Martin Staudinger und Christoph Zotter, die sich einmal mehr „über eine optische und faktische Täuschung schreiben“, wenn „Österreichs Kirche sich als Vorbild für die Aufarbeitung von klerikalen Sexverbrechen feiern lässt“.
Einen veritablen Beitrag zu dieser Wahrnehmung liefert die von Kirchenmitgliedern geführte, aber sich trotzdem als völlig absurd als „Unabhängige“ Opferschutzanwaltschaft bezeichnete sogenannte Klasnic-Kommission.

Helmut Brandstätter: Erfinder der Klasnic-Kommission

Erfunden hat diese PR-Vehikel zur Oberflächenglättung für die katholische Kirche ein gewisser Helmut Brandstätter, der bis vor kurzem auch Herausgeber der Tageszeitung Kurierwar. Auf der Website des Kurier wird er sogar noch als Chefredakteur geführt. Auch wenn es sich dabei um eine Schlamperei der Redaktion handeln dürfte, erinnert es mich daran, dass die Chefredaktion des Kurier sich unlängst geweigert hat, ihrer Vereinbarung nachzukommen, die 3. Ausgabe der Addendum-Zeitung beizulegen, mit dem Hauptthema  Missbrauch, Vergewaltigung und Vertuschung derselben in der katholischen Kirche. Ein ungünstiger Zufall für den damaligen Herausgeber Brandstätter, der nunmehr Politiker ist und für die kommenden Nationalratswahlen den zweiten Platz auf der Bundesliste von NEOS zugeteilt bekommen hat.

Screenshot vom 27. Juli 2019

Dass Helmut Brandstätter vermutlich die Position des Mediensprechers bei NEOS einnehmen wird, wenn er im September in den Nationalrat gewählt werden wird, obwohl von ihm bislang nicht einmal ein Papier zur Medienpolitik vorliegt, kann aus Sicht seines Vorgängers, also mir, nur erbärmlich bezeichnet werden.

Termine „Ohne Bekenntnis“

Es gibt wieder ein paar Termine, bei denen ich mein Buch vorstellen kann. Nächste Woche bin ich bei FM4 in der Sendung House of Pain, wo ich eher wenig rede und mehr Musik spiele.
Wer die Tracklist vorab durchhören will, kann das hier auf Spotify machen.
In drei Wochen bin ich dann bei SWR1 in der Sendung Leute zu einem zweistündigen Gespräch eingeladen.

31. Juli 2019 – FM4 – House of Pain
20. August 2019 – SWR1 – Leute

Amenlos
Alm