| Newsletter

Newsletter Nr. 26 – Die Pastakrone

Nr. 26, 4. Jänner 2020, ohnebekenntn.is

Die Pastakrone

Long time no read. Und dieses Versäumnis ist ausschließlich bei mir zu finden. Viel wäre newsletterwürdig gewesen in den letzen fünf Wochen, seit ich den Letzten ausgesendet hatte. Deswegen wird es jetzt auch etwas länger.

Die Pastakrone, Teil 1

Es ist mehr als zehn Jahre her, seit mir das Wiener Verkehrsamt einen Führerschein mit Nudelsieb ausgestellt hat. Bekanntlich dürfen auf diesen Ausweisfotos gemäß den Kriterien für Passbilder keine Kopfbedeckungen getragen werden, es sei denn aus medizinischen oder religiösen Gründen. Medizinische Gründe lagen bei mir – amtsärztlich festgestellt – keine vor, das Nudelsieb wurde als religiöse Kopfbedeckung der Pastafaris akzeptiert, der Führerschein ausgestellt.

Nun ist es so, dass manche Religionen – und dazu zählt auch der Pastafarianismus – wenig dogmatisch sind und sich auch inhaltlich schnell entwickeln. Die Eigeninitiative und wechselseitige Akzeptanz der Mitglieder reicht dafür aus.
So habe ich das Nudelsieb religiös immer als recht passend empfunden, aber mir auch eine sportlich-religiösere Variante für den Kopf überlegt, um je nach Anlass zu variieren. Das Ergebnis dieser Entwicklung war die Pastakrone.

Naturgemäß wollten ich diesen Heurecarb!-Moment der Öffentlichkeit über ein neues Ausweisfoto präsentieren. Sowohl ein neuer Reisepass, als auch ein Personalausweis standen an.

In den nächsten Ausgaben des Newsletters, werde ich diese Geschichte weiter und vielleicht zu Ende erzählen. Vorab: Weder Reisepass, noch Personalausweis wurden mir bislang mit Pastakrone ausgestellt.

 

Pastafaris bringen Beschwerde beim EGMR ein

Der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters (KdFSM) wurde der Erwerb der Rechtspersönlichkeit einer religiösen Bekenntnisgemeinschaft nach einem über fünf Jahre dauernden Verfahren verwehrt – und das, obwohl sämtliche der im “Bundesgesetz über die Rechtspersönlichkeit von religiösen Bekenntnisgemeinschaften” gestellten Bedingungen erfüllt werden. Das Bundesverwaltungsgericht hat das Vorliegen einer Religion zweifelsfrei festgestellt, zog sich in seinem abweisenden Erkenntnis aber auf den Standpunkt zurück, dass keine ausreichend “organisierte Gemeinschaft” der weit über 300 beglaubigten Mitglieder vorläge. […] Somit bleibt der KdFSM nur mehr der Gang zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Wir haben unsere Beschwerde Ende November eingebracht.

 

Atheistische Religionsgesellschaft stellt Antrag

Eine Organsation, die an dieser Stelle noch nicht behandelt wurde, drängt sich diese Woche völlig zurecht in den Newsletter. Die Atheistische Religionsgesellschaft (ARG), der ich auch einmal angehört hatte, ehe ich von den Nudeligen Anhängseln des FSM berührt und Pastafari wurde, strebt ebenso wie die KdFSM danach die Rechtspersönlichkeit der religiösen Bekenntnisgemeinschaft zu erwerben. Der Antrag wurde am 30. Dezember eingebracht. Viel mehr ist dem knappen Kommuniqué der ARG auch nicht zu entnehmen.

An dieser Stelle ein herzliches: Godspeed!

 

Bierlein und die Sternsinger

Bald-Altkanzlerin Brigitte Bierlein (u. a. Mitglied der Klasnic Kommission) bricht einmal mehr das staatliche Identifikationsverbot und empfängt die katholische Dreikönigsaktion. Das ist wie viele Sonderbehandlungen von Religion im Einzelfall nicht besonders tragisch. Zu einer pluralistischen Demokratie gehört ein möglichst breiter Dialog auch mit weltanschaulichen Gruppierungen. In einem laizitären Staat wäre der Empfang von Religionsgesellschaften – nur scheinbar paradox – sogar weniger problematisch. Aber so darf die katholische Kirche einmal mehr zeigen, wer der Herr im Haus Österreich mit seinen 25 Staatsreligionen ist.

Link: Bundekanzleinamt auf Instagram

Was mit den Spendensammlungen unter anderem gefördert wird, ist den Schwerpunkten auf der Websiteder Dreikönigsaktion zu entnehmen:

  • Pastoralprogramme für und mit Kindern und Jugendlichen
  • Maßnahmen zur Förderung der Ökumene und des interreligiösen Dialogs
  • Programme zur Aus- und Weiterbildung von pastoralen Mitarbeiter/innen

Es zählt nicht zu den Aufgaben der Republik, Missionierung zu unterstützen.

 

Offener Brief: schwarzgrüner Ethikunterricht

ÖVP und Die Grünen haben in ihrem Regierungsprogramm beschlossen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht eingeführt werden soll. Dieser Verpflichtung können Eltern ihre Kinder aber entziehen, indem sie diese einfach in einen konfessionellen Religionsunterricht gehen lassen und so den Ethikunterricht umgehen. Damit wird die Klassengemeinschaft kulturell getrennt und das inhaltliche Spektrum für die Kinder eingeengt. Es ist genauso verrückt, wie es klingt.Das Volksbegehren Ethik für ALLE hat nun einen offenen Brief an Die Grünen formuliert und sie an ihr Programm erinnert, das Ethik wirklich für alle verpflichtend vorsieht.

 

Goldenes Brett #9 – Preisverleihung

Das Goldene Brett wurde dieses Jahr an den Homoöpathie-Hersteller Hevert verliehen.
Das Lebenswerk ging an Grander, die mit ihrem „belebten“ Grander-Wasser schon seit Jahrzehnten die Welt narren. Die Laudatio auf Grander wurde vom kritischen Verbraucherschutz Psiram verfasst, dessen Autoren unbekannt sind und die Öffentlichkeit meiden. Für die Verlesung der Rede hat das Goldene Brett daher eine Sprechpuppe auserkoren. Das war ich. Es war heiß.

 

Reduktion der Tamponsteuer: „Ohne Bekenntnis“ jetzt günstiger

Die Steuersenkung auf O.B. ist eine großartige Sache! Das ermöglicht mir, mein Buch „Ohne Bekenntnis“ günstiger anzubieten. Nicht nur, weil der Titel dafür steht, sondern weil ja auch ein kardinales O. B. (Illustration: Isabella-Anja Khom) die Binde um das Buch ziert.

Da ich der Buchpreisbindung nicht entgehen kann, bleibt der Preis zwar bei 22€, aber dazu gibt’s einen ökofairen Jutesack gratis. Bestellung einfach per E-Mail.

 

Amenlos
Alm