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Newsletter Nr. 28 – Die Pastakrone, Teil 2

Nr. 28, 8. März 2020, ohnebekenntn.is

Es wird Zeit, die Geschichte mit der Pastakrone fortzusetzen. Den ersten Teil gab es an dieser Stelle schon vor einigen Wochen zu lesen.

Die Pastakrone, Teli 2 – Der Personalausweis

Mit der Pasta-n-leitung von Rene Leitgeb und Sepp Schellhorn vom Seehof und nach einer Serie mühevoller Experimente in der eigenen Küche konnte ich mir schlussendlich beibringen, wie aus handelsüblichen Teigwaren eine Pastakrone erflochten werden konnte. Am besten geeignet sind dazu Linguini, die – zuvor in Wasser aufgeweicht – rund um einen umgedrehten Suppenteller oder ein Gebinde mit ähnlichem kopfähnlichen Radius gelegt werden. Die nassen Nudeln kleben ausreichend gut aneinander, so dass der Kern eines Kranzes nach dem Aushärten ausreichend fest ist, dass in weiteren Durchgängen immer mehr Nudeln eingeflochten werden können.
Dann wird das ganze so lange wiederholt bis der gewünschte Phänotyp erreicht ist.

Die ersten Passfoto-Shootings absolvierte ich mit einem Experten für Live-Bühnen-Fotografie: Niko Ostermann. Aber ich verbesserte meine Flechtfertigkeiten weiter und musste ich für diese weiteren coronaren Entwicklungen und fotografische Versuche auf eigene Geräte zurückgreifen. Die weiteren Bilder machte also ebenso würdig und recht Isabella-Anja Khom einfach mit meinem iPhone.


(Bild: Nikolaus Ostermann)

Ausreichend zufrieden mit den Ergebnissen beschloss ich Ende 2018 im Magistratischen Bezirksamt für den 4. Bezirk (Wien) dann einen Personalausweis mit dem neu gewonnen Bildmaterial zu beantragen. Der freundliche Beamte war sich kurz unsicher, was ich denn auf dem Foto da am Kopf trage, aber ich konnte ihm seine Unsicherheit schnell nehmen: Ich klärte ihn darüber auf, dass ich Pastafari sei und die Pastakrone aus religiösen Gründen trage. Die Sache war geklärt. Er akzeptierte mein Foto, ich zahlte die Gebühr von 61,50 Euro ein und verließ das Amtsgebäude. Guter Dinge.

Eine halbe Stunde später erreichte mich ein Anruf aus der Parlamentsdirektion. Offensichtlich hatte mir das Amt hinterhergegooglet auf der Suche nach meiner Erreichbarkeit.  Die anrufende Person erklärte mir jedenfalls vom Bezirksamt angerufen worden zu sein. Ich hätte dort „meinen Ausweis vergessen“ und möge wieder zurückkommen. Mir war sofort klar, dass es sich um eine Falle handelte. Ich hatte ja nichts vergessen. Dennoch ging ich zurück und wurde überraschend damit konfrontiert, dass mein Foto nicht akzeptabel sei und man mit gerne die Gebühr rückerstatten würde. Diesen Trick durchschaute ich freilich. Ich weigerte mich, das Geld anzunehmen, verwies auf meinen bereits akzeptierten Antrag und beschloss bald auch meinen Reisepass zu beantragen.

Pastakrone, Teil 3 kommt demnächst.

 

Grüne Anfrage zur Schulbeichte

Wer von euch (Ex-)Katholikinnen und (-)Katholiken kann sich noch an die Schulbeichte erinnern? Es war so: Wir mussten alle in der Volksschule und Unterstufe irgendwelche Sünden erfinden, damit wir irgendwas mit dem Pfaffen zu plaudern hatten im Beichtsakrament, das in einer Schule naturgemäß genauso deplaziert ist, wie die Schulmesse, das Morgengebet oder der Religionsunterricht an sich.

Aber es ist verständlicherweise – im bestehenden System gedacht – ein Teil des Religionsunterrichts. Und bei aller prinzipiellen und notwendigen Kritikwürdigkeit von religiöser Unterweisung im Bildungssystem: Sich an einzelnen Details des Religionsunterrichts aufzuhängen ist fast schon lächerlich. Man spielt das am Spielfeld der Religiösen. Wenn die Grünen nun eine Anfrage dazu einbringen, dann wirkt das wie die kircheninterne Initiative, die es wahrscheinlich sein soll. Außerdem könnten Die Grünen als Regierungspartei einfach mit dem Koalitionspartner eine Änderung aushandeln und herbeiführen. Ja, nicht einmal zu einem Antrag hat es gereicht. Parlamentarische Anfragen sind oft einfach nur Marketinginstrumente mit Blickrichtung Medien, die immer noch oft glauben, dass Anfragen irgendetwas bewirken. Hoffnungslos überbewertet generell, im konkreten Fall heuchlerisch.

Link: derStandard.at – Grüne stellen Anfrage wegen Schulbeichte im Religionsunterricht

Eröffnungsvortrag beim 1. österreichischen Humanistenkongress

Der 1. österreichische Humanistenkongress ist schon wieder über drei Monate her und ich war ein wenig überrascht als dann letzte Woche das Video meines Eröffnungsvortrags veröffentlicht wurde. Das ist keineswegs als Vorwurf zu verstehen, sondern als Ausdruck der Wertschätzung, dass engagierte Menschen wie Dragan Petrovic gibt, die sich überhaupt die Mühe machen, diese Zeitdokumente verfügbar zu machen. Mit diesem Vortrag bin ich außerdem ziemlich zufrieden, was auf der Alm-Skala ohnehin schon weit oben liegt. Vielleicht sollte ich doch einen Podcast beginnen.

Helmut Ortner in Wien

Helmut Ortner war am 3. März auf Einladung des HVÖ und der Konfessionsfreien in Wien, um sein Buch „EXIT“ vorstellen. Und das hat er auch sehr überzeugend getan.
An dieser Stelle möchte ich daher noch einmal eindringlich empfohlen, sich EXIT zu besorgen und selbst zu lesen.
Um das zu erleichtern, kann es auch einfach per E-Mail bei mir bestellt werden. Naturgemäß habe ich mich dabei der Buchpreisbindung zu unterwerfen und muss dafür 24 Euro verlangen, aber anachronistische Gesetze hindern mich nicht, eine kostenlose „Ohne Bekenntnis“-Jutetasche on top als zusätzlichen Kaufanreiz auszuloben.

Reduktion der Tamponsteuer: „Ohne Bekenntnis“ jetzt günstiger

Die Steuersenkung auf O.B. ist eine großartige Sache! Das ermöglicht mir, mein Buch „Ohne Bekenntnis“ günstiger anzubieten. Nicht nur, weil der Titel dafür steht, sondern weil ja auch ein kardinales O. B. (Illustration: Isabella-Anja Khom) die Binde um das Buch ziert.

Da ich der Buchpreisbindung nicht entgehen kann, bleibt der Preis zwar bei 22 Euro, aber dazu gibt’s einen ökofairen Jutesack gratis. Bestellung einfach per E-Mail.

PS: Mittlerweile hat mich die traurige Nachricht erreicht, dass die Preise für Tampons mittlerweile gestiegen sind. Ich werde den Preis für mein O. B. weiterhin niedrig halten. Least I can do.

 

Amenlos
Alm