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Newsletter Nr. 31 – Multikommunikationsversagen

Nr. 31, 5. Mai 2020, ohnebekenntn.is

Am Ende des letzten Newsletters zu meiner schlaflosen Nacht mit Slavoj Žižek
habe ich im PS versprochen: „Zum aktuellen Thema ‚Das Ende des Kapitalismus durch COVID-19‘ schreibe ich auch gerade an einem Text, der wohl demnächst in meinem anderen Newsletter (bei Addendum) abgedruckt werden wird.“

Wahr ist leider, dass ich mit diesem Text noch nicht fertig bin – aber nur, weil ich nebst vielen anderen Dingen, die keinen Aufschub dulden, gerade sehr viel schreiben könnte.
Der folgende Text ist auch so einer, der in Bruchstücken schon länger seiner Enderledigung zugeführt werden wollte. Das ist nun passiert. Er ist als Gastkommentar auf diePresse.com (hinter der Paywall) abrufbar und natürlich auf alm.at.

 

Das Multikommunikationsversagen der Regierung

Oder: wie man eine Bevölkerung im Ausnahmezustand in sechs Zügen narrt

Dass sich die Regierung zu Beginn einer drohenden Pandemie, bei unzureichendem Informationsstand – eine so noch nie da gewesene Situation – auf eine sichere Position zurückzieht und es vorzieht, vorerst strenger zu agieren, als sich später Nachlässigkeit vorwerfen zu lassen, ist nachvollziehbar. Selbst, wenn man eingewichtet, dass damit die größte Wirtschaftskrise der letzten Jahrzehnte sehenden Auges in Kauf genommen wurde. Geschenkt. Bei einer potenziellen Pandemie müssen Gesetze und Verordnungen schnell beschlossen und angewendet werden. Alleine auf freundliche Appelle und motivational speech zu setzen, wäre zu riskant. Dieser Text ist kein Plädoyer für eine Laissez-faire-Position, die ausschließlich auf Eigenverantwortung setzt, sondern eine Kritik, dass dieser Eigenverantwortung viele Möglichkeiten zur Entfaltung geraubt wurden.

In der Kommunikation wurden von der Regierung seit Beginn des Jahres schwere Fehler gemacht. Die Strategie bestand – und das war seit der ersten Pressekonferenz im März klar – darin, den Menschen möglichst genau vorzuschreiben, wie sie leben sollen und nicht darin, ihnen jene Grundlagen zu bieten, die Entscheidungen der Regierung auch zu verstehen, für sich zu akzeptieren und aus freien Stücken anzuwenden. Solidarität erfordert Freiwilligkeit. Es wäre eine Chance gewesen, Vertrauen in die Regierung aufzubauen, das nun erodiert und im Peak der Wirtschaftskrise vollständig verblasen sein wird.

Sechs Charakteristika für ein Multikommunikationsversagen, die trennweich in einander übergehen.

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Ein paar weitere Texte zum aktuellen Ausnahmezustand

 

Craft Bier Fest – Crowdfunding

2014 wurde das Craft Bier Fest gegründet, das sich in den letzten sechs Jahren so gut entwickelt hat, dass wir 2019 dafür ein eigenes Unternehmen (die Supersud GmbH) gegründet haben. Jetzt musste das nächste für Mitte Mai geplante Event mit ~6.000 Besucherinnen und Besuchern abgesagt werden. Um die Zeit bis zum nächsten großen Fest im Herbst zu nützen, werden wir den Aufbau unseres geplanten „Bier Club Supersud“ vorziehen.
Dafür brauchen wir auch ca. 30.000 – 50.000 Euro, auch um das halbe Jahr (i. e. Gehälter, Fixkosten) dorthin zu überbrücken. Die Gesellschafter strecken sich nach der Decke, aber damit wir uns nicht ganz überdehnen, wollen wir auch ein paar Darlehen einsammeln. Das nennt sich dann Crowdfunding.

Ab 100 Euro kann man gleich Mitglied im Bier Club Supersud werden und bekommt dafür ein paar Goodies (Eintritte zu den Craft Bier Festen, Jetons, 6-Pack, etc.). Das ist keine Spende, sondern ein Darlehen, das mit 8% p. a. in Naturalien verzinst ist und ab 2024 zurückgezahlt wird.

Das Crowdfunding wird mit „Conda Hilft“ abgewickelt: https://www.conda-hilft.at/campaign/craft-bier-fest/

Es würde mich freuen, wenn du uns mit einem Beitrag unterstützt!

Prost und danke!