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Newsletter Nr. 5 – Ich bin ein Auslander

Nr. 5, 3. Februar 2019, ohnebekenntnis.de

Guten Sonntagabend
bzw. Montagmorgen,

die Woche hat gut begonnen. Meine Spotify-„Discover Weekly“-Playlist wirft mir die erste Nummer („Ich bin ein Auslander“) von Pop Will Eat Itselfs „Dos Dedos Mis Amigos“ aus. Endlich gibt’s das Album aus 1994 auch dort zu hören. Und es ist heute so aktuell wie damals.

Von „Dos Dedos Mis Amigos“ gibt es auch eine Remix-Version: „Two Fingers My Friends“. Großartiges Design wie immer bei PWEI von The Designers Republic™

Der Start des Schulversuchs Ethikunterricht in Österreich ist beinahe genau so lang her. 1997 hat er begonnen. Ein Ende mit fortgesetztem Schrecken zeichnet sich aber ab. Der Ethikunterricht wird vermutlich doch als Ersatzunterricht für jene kommen, die den Religionsunterricht nicht besuchen wollen. Im Umkehrschluss: Man kann den integrativen, für alle gleichen Ethikunterricht einfach abwählen, indem man stattdessen in einen der Religionsunterrichte geht.

Am Montag wurde dazu furchtvoll und fruchtlos im Kreis religionshöriger Pädagogen bei einem Science Talk diskutiert und am Dienstag rief Eytan Reif von der Initiative Religion ist Privatsache zu einer Pressekonferenz, um einmal mehr zu platzieren, was tatsächlich in dem Bereich sinnvoll wäre.

Kalenderblatt Alm


Diesen Schnappschuss mit einem meiner Lieblingshemden fertigte Sepp Schellhorn an, als er mich am Donnerstag beim Predigen auf ORF III erwischte. Angeblich will er das als Kalenderblatt für den Vatikan-Kalender einreichen.
Bei Politik live bei Ingrid Thurnher diskutierte ich mit Michael Bünker, Peter Schipka, Doris Kittner und Martin Risak über mögliche Lösungen zum Karfreitag. Aus meiner Sicht besteht diese aus zwei Teilen:

1. Ein Teil der gesetzlichen Feiertage mit kirchlichem Hintergrund gehört verweltlicht. Dafür bieten sich beispielsweise die Weihnachtsfeiertage an, die sich ja an astronomischen Ereignissen orientieren.

2. Der Rest könnte durch eine Individualisierung mit Rechtsanspruch gelöst werden. Wer also zu Corpus Christi (aka Fronleichnam) unbedingt in die Kirche gehen will, hat Rechtsanspruch auf Urlaub. Atheisten können natürlich ebenso wie Religiöse unbedingte Tage geltend machen.

Die Diskussion ist bis Donnerstag in der ORF-TV-Thek abrufbar.

Zeugnisse ohne Bekenntnis

Letzten Donnerstag tauchten auf Facebook die ersten Postings von österreichischen Schulzeugnissen auf, die Schülern überraschend ein „Religionsbekenntnis IGGÖ“ auswiesen. Diese befremdliche Zuordnung folgt aber einer gewissen Logik. Warum beschreibe ich in diesem Gastkommentar für den Standard. Und warum werden Kinder vom weltanschaulich neutralen Staat, der sich für die Religion seiner Bürger nicht zu interessieren hat, überhaupt ideologisch kartografiert?

Bergoglio und die Abtreibung

Der Papst meint, Abtreibung sei kein Menschenrecht und bringt zur Argumentation einen erbärmlichen Vergleich: „Dann wird sogar das Leben auf Konsumgüter reduziert, die verwendet und bei Bedarf weggeworfen werden.“ In der Wirklichkeit außerhalb des Vatikans ist auszuschließen, dass Frauen Abtreibung tatsächlich als Form der einer Geburtenkontrolle heranziehen, die mit der von Bergoglio beschriebenen Leichtfertigkeit geschieht.
Außerdem regt der Papst an, Mütter sollten ihren Kindern im Himmel ein Wiegenlied singen zur Versöhnung. Tja, weder gibt es einen Himmel noch sind Frauen nach einer Abtreibung Mütter. Dafür steht Abtreibung in Österreich weiterhin im Strafgesetzbuch.

Ohne Bekenntnis

Die Erstpräsentation meines Buchs findet am 27. Februar (19.00 Uhr) im Thalia W3 (Wien Mitte) statt und Barbara Toth (Falter) wird die Show moderieren. https://www.facebook.com/events/339239079996930/

Amenlos
Alm