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Newsletter Nr. 6 – Islamisch PR (Papal Relations)

Nr. 6, 9. Februar 2019, ohnebekenntnis.de

Scheinenden Samstag!

Dieser Newsletter verfestigt sich immer mehr zum Wochenrückblick. Das liegt daran, dass der Autor dieser Zeilen – was nichts anderes als eine hochnäsige Umschreibung für „ich“ ist und in der Regel eine Empfehlung dafür ist, die Lektüre zu stoppen – erst am Wochenende immer erst die nötige Ruhe findet, um diese Zeilen auch zu schreiben.

Letzte Woche vergaß ich meinen Gastkommentar im Standard zum „Religionsbekenntnis IGGÖ“ zu verlinken. Das ist hiermit nachgeholt, auch weil die Geschichte immer mehr seltsame Blüten treibt.
Bei aller Kritik an der geringschätzenden Motivation des zuständigen Ministeriums bleibt trotzdem die nüchterne Feststellung zu treffen, dass die Nomenklatur „Religionsbekenntnis IGGÖ“ auf den Schulzeugnissen nicht ganz von der Hand zu weisen ist.
Diese Bezeichnung auf dem Zeugnis folgt der Zuordnung der Kinder durch die Eltern zu einer der 16 anerkannten Religionen oder zu einer der neun religiösen Bekenntnisgemeinschaften. Dass nicht alle davon Religionsunterricht anbieten können oder wollen, tut nichts zur Sache. Die IGGÖ wünscht sich, dass am Zeugnis „islamisch“ steht, weil sie selbst einen Generalvertretungsanspruch für alle Muslime in Österreich formuliert hat, der auch im Islamgesetz festgeschrieben ist. Davon nicht erfasst ist die ebenso anerkannte Gemeinschaft ALEVI (Islamische Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich). Es gibt also zumindest zwei anerkannte islamische Denominationen. De facto gibt es natürlich einige weitere islamische Gemeinschaften, beispielsweise die Schiiten (http://www.schia.at/), die lieber eigenständig anerkannt wären, als unter dem Dach der IGGÖ versammelt zu werden.
Eine Gleichsetzung von „islamisch“ mit „IGGÖ“ am Zeugnis ist also nicht möglich. Genausowenig wäre eine Bezeichnung „christlich“ für alle, die „römisch-katholisch“ sind, angemessen. Die Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft am Zeugnis muss eindeutig sein. „Islamisch“ wäre das eindeutig nicht.
Abgesehen davon hat das ideologische Bekenntnis der Eltern am Zeugnis der Kinder nichts verloren und der verpflichtende konfessionelle Religionsunterricht gehört aus der Schule entfernt.
Auch das ist hier nachzulesen: http://alm.at/zeugnisse-ohne-bekenntniszwang/

Foto: Isabella-Anja Khom

Papal Relations

Dass der aktuelle Papst in Public Relations nicht ganz untalentiert ist, hat er schon oft bewiesen. Dem Neoliberalismus tritt er entschieden entgegen und fährt mit dem Bus. Der Islamophobie tritt er entschieden entgegen und fliegt nach Abu Dhabi. Der Abtreibung tritt er entschieden entgegen und widerspricht dem Recht der Frau über ihren eigenen Körper zu bestimmen, lieber bezeichnet er Abtreibende als „Mütter“ legt ihnen nahe, Wiegenlieder zu singen.
Jetzt tritt der Papst entschieden der innerkirchlichen Homosexualität entgegen, die ja nur für die Kirche selbst ein Problem ist, und gesteht ein, dass Nonnen wir Sklavinnen gehalten, missbraucht und vergewaltigt werden. Aufatmen im Vatikan.

Indessen in Österreich: „Benediktiner-Erzabt“ Koribinian Birnbacher (Keines der letzten drei Wörter ergibt irgendeinen Sinn, oder?) sollte mithelfen, die Ereignisse im Mädchenheim Martinsbühel aufzuklären. Konkret, man nominierte einen Vertreter der „Täterorganisation“ gegen sich selbst zu ermitteln. Das erinnert frappant an die Klasnic Kommission, deren hauptsächliche Tätigkeit im Vertuschen der Missbräuche bestand. Herr Birnbacher ist nach Aussagen über seine bevorstehende Tätigkeit nunmehr seidank nicht mehr Teil der Kommission.

Rock Me Amadeus

Frontline Assembly hat ein neues, nach erstem Durchhören wieder einmal sehr gutes Album „Wake up the Coma“ veröffentlicht. Unter all den sehr typischen Tracks verbirgt sich ein kurioses Cover von „Rock Me Amadeus“. Das Video beginnt sehr vielversprechend (Rauchen!) und bleibt dann auch auf dem Niveau des Versprechens stehen.
Aber seht selbst: „Rock Me Amadeus“ (Frontline Assembly)

Buch via Monopol und Biorama erhältlich 

Mein Buch „Ohne Bekenntnis“ ist jetzt auch im Monopol-Shop (22 Euro) bestellbar – sogar in Kombination mit einem Biorama-Abo (43 Euro).

Amenlos
Alm