KAICIID

Ohne Bekenntnis, S. 82

Im Jahr 2012 wurde das »King Abdullah bin Abdulaziz International Centre for Interreligious and Intercultural Dialogue« (KAICIID) eröffnet, als »staatenübergreifende Organisation, deren Aufgabe darin besteht, Dialog als Mittel zur Konfliktvermeidung und Konfliktlösung weltweit einzusetzen sowie gegenseitiges Verständnis und Kooperation zu fördern« (https://www.kaiciid.org/de/who-we-are/über-uns).
Gegründet wurde das Zentrum von Österreich, Spanien und Saudi-Arabien. Der Heilige Stuhl wird als Beobachter geführt und darf auch seine Flagge über dem Portal am Sitz der Organisation an der Wiener Ringstraße zur Schau stellen. Finanziert wird die Organisation, die sich ihre Aufgaben selbst erteilt und völlig ohne erkennbare Wirkung nach außen abarbeitet, vom 2015 verstorbenen Namensgeber, dem saudischen König Abdullah. Außer fassungsloses Erstaunen hinterlässt diese Einrichtung keinen bleibenden Eindruck. In ihr gerinnen alle Vermutungen über die Inkompatibilitäten und den gegenseitigen Hass der Religionen aufeinander und auf den Staat in einer einzigen Institution. Das KAICIID verkörpert wie keine andere Organisation die Absurdität der bevorzugten Einbindung der Religion in die Republik. Der Staat zwingt als Mittler Islam und Christentum, die zum eigenständigen Dialog weitgehend unfähig sind, an einen Tisch und inszeniert ein fruchtloses Gespräch zwischen ideologischen Widersachern. Durch seine kooperative Verpartnerung mit organisierter Religion sieht er sich hier in der Pflicht zur Herstellung eines Konsenses, die er niemals erfüllen wird können.“